Zwei Trainer, eine Trainingsgruppe, drei Athleten und zwei Medaillen

31.08.2010 21:00 von Stephanie Hill (0 Kommentare)

Es war bereits elf Uhr abends am Sonntag im Bishan Stadium in Singapur. Das Stadion hatte sich schon geleert, doch eine Gruppe deutscher Fans wartete ungeduldig auf den 200-Meter-Sprinter Patrick Domogala. Kurz zuvor hat er die Bronzemedaille im 200-Meter-Sprint bei den ersten Olympischen Jugendspielen gewonnen und befand sich nun bei der Dopingkontrolle. In der Zwischenzeit plauderte der Trainer Domogalas, Michael Manke-Reimers, über eine kuriose Gegebenheit.

Michael Manke-Reimers trainiert zusammen mit seiner Frau Iris Manke-Reimers eine Trainingsgruppe, in der sich neben dem Sprinter auch Diskuswerferin Shanice Craft und der Sohn Fabian Manke-Reimers befinden. Craft hatte tags zuvor bereits die Goldmedialle im Diskuswurf gewonnen. Fabian Manke-Reimers ist 100-Meter-Sprinter und durfte an den Olympischen Jugendspielen nicht teilnehmen, denn der 17-Jährige ist 76 Tage zu alt. Drei Top-Athleten ihrer Altersklasse sind in ein und der selben Trainingsgruppe des Vereins MTG Mannheim. Hinzu kommt: Sie besuchen alle die selbe Klasse des Ludwig-Frank-Gymnasiums in Mannheim, bei der der Trainer Elternsprecher ist. Dort werden die Drei nächstes Jahr ihr Abitur absolvieren.

Fabian Manke-Reimers, sowie einige andere Athleten aus der Trainingsgruppe waren in Singapur vor Ort, um die Medaillengewinner anzufeuern. „Es war eine super Stimmung, alle haben die beiden unterstützt und sich für sie gefreut“, sagt Trainer Michael.

Fabian erzählte von seinem Training. Obwohl er Kaderathlet ist, nutze er nicht die Möglichkeit des Trainings bei seinem Kadertrainer Valerij Bauer, der auch Sprinterin Verena Sailer trainiert. Stattdessen denkt auch Michael Manke-Reimers positiv über sein Training mit einer Gruppe von zirka 20 Sportlern: „Die Gruppe lebt nicht von den guten, sondern von den schlechten Athleten.“ Der Gruppenzusammenhalt und der Spaß im Training wird scheinbar großgeschrieben.

Im Nachhinein war Michael Manke-Reimers froh, dass er seine Athleten nach Singapur zu den Jugendspielen und nicht zur Junioren-WM nach Moncton in Kanada geschickt hat. „Ich hätte meine Athleten sonst um diese Chance betrogen an den ersten Olympischen Jugendspielen teilzunehmen.“

 

 

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