Mitten drin statt nur dabei

31.08.2010 21:45 von Stephanie Hill (0 Kommentare)

Am 14. August reiste ich hoch motiviert und voller Erwartungen mit weiteren 26 jungen Leuten im Alter von 18 bis 23 Jahren nach Singapur zu den ersten Olympischen Jugendspielen.

Die Deutsche Sportjugend ermöglichte es uns, als Nachwuchskräfte in den Bereichen Medien, Wettkampf, Training und Führung die Youth Olympic Games hautnah mitzuerleben und Hintergründe zu erfahren.

Das Programm war vielseitig. Einen Schwerpunkt nahmen Gespräche und Diskussionsrunden mit verschiedenen Persönlichkeiten aus dem Sport ein. Ziel war es, Einblicke in das große Netzwerk des Sports zu bekommen, die Umsetzung der Olympischen Jugendspiele zu diskutieren und Entwicklungen des Sports zu hinterfragen.

So waren unter den Gästen der Gesprächsrunden Dr. Michael Vesper (Generalsekretär des Deutschen Olympischen Sportbunds - DOSB), Dr. Thomas Bach (DOSB-Präsident und Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees – IOC), Ingo Weiss (Vorsitzender der Deutschen Sportjugend) und Jens Weinreich (freie und kritischer Sportjournalist). Die verschiedenen Workshops, zum Beispiel zum Thema Sport international, rundeten diesen theoretischen Teil ab.

Doch trotz aller Theorie galt es, die Olympischen Jugendspiele praktisch zu erleben und das mit allem was dazu gehört.

Wir besuchten Wettkämpfe der unterschiedlichsten Sportarten. Dort hatten wir Gelegenheit, uns mit Athleten und Trainern auszutauschen. In Kontakt mit der deutschen Jugend-Olympiamannschaft kamen wir vor allem bei der Sports Youth Night. Das Rahmenprogramm wurde dabei von uns selbst gestaltet und mit sehr viel Spaß umgesetzt. Ein Motor für den internationalen Austausch stellten die Mitmachaktionen im olympischen Dorf dar. Jede Nation präsentierte sich in einem Stand mit landestypischen Spielen und Aktionen. Die Athleten erfuhren so spielerisch mehr über die unterschiedlichen Kulturen der ganzen Welt.

Die Highlights zu Beginn und zum Ende der Youth Olympic Games waren die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie. Farbenfrohes Feuerwerk, Tänzer mit aufwändigen Kostümen und Requisiten sowie ein offizieller Teil beinhalteten die Shows rund um die Entzündung und das Erlöschen des Olympischen Feuers. In manch einem dieser Momente spürte ich deutlich ein Gänsehautgefühl.

Zum ersten mal in Singapur, in einer fremden Kultur fern von Europa – ein dritter Schwerpunkt meiner Reise im dsj-Workcamp war, den Stadtstaat kennen zu lernen. Bei Schulbesuchen erfuhr ich, wie es ist, eine singapurische Schule oder eine deutsche Schule in Singapur zu besuchen. Bei Gesprächen mit einem deutschen Ehepaar und einem Schweizer, die seit mehreren Jahren in Singapur leben, stellte ich Kulturunterschiede fest. Ganz anders als in Deutschland war das Essen in einem Food Court in Chinatown und einem Restaurant in Little India, wo ich beispielsweise Mangostückchen im Teigmantel aß. Die ungewohnte Flora und Fauna entdeckten wir bei einer Fahrradtour quer durch die Insel Pulau Ubin. Riesige Palmen mit Kokosnüssen, sumpfartige Gebiete inmitten eines „Urwaldes“ und weiße Sandstrände prägen das Bild der Insel.

Rückblickend kann ich sagen, dass meine Erwartungen an diese Reise übertroffen wurden. Wir waren wirklich mitten drin im olympischen Geschehen und in der fremden Kultur statt nur dabei.

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